beschlossen
Südumfahrung Satrup
Worum geht es
Wer in Satrup zu Stoßzeiten unterwegs ist, kennt den Rückstau an der Kreuzung Flensburger Straße / Glücksburger Straße. Die Südumfahrung soll diesen Knoten entlasten: eine neue Straße von der Hans-Redlefsen-Straße zur Schleswiger Straße (L 22) mit Geh- und Radweg, südlich der Flensburger Straße auf Höhe des Bauhofs. Das Verkehrsgutachten rechnet mit rund 1.300 Fahrzeugen am Tag, darunter etwa 60 Lkw, die künftig an der Kreuzung vorbeifahren. Im Zuge des Baus sind auf der Flensburger Straße zudem zwei Verkehrsinseln vorgesehen, die das Queren der Straße – vor allem für Schülerinnen und Schüler – sicherer machen.
Die Umfahrung ist eine Maßnahme der StädtebauförderungStädtebauförderungMit der Städtebauförderung unterstützen Bund und Land Gemeinden dabei, ihren Ort und wichtige Einrichtungen zu erneuern – in der Regel tragen sie zwei Drittel der förderfähigen Kosten, die Gemeinde ein Drittel.Mehr dazu →; die Kosten liegen laut Entwicklungskonzept bei rund 2,3 Millionen Euro Bau plus rund 440.000 Euro Grunderwerb. Dazu kommen die Verlegung eines Schmutzwasserkanals in die neue Trasse (rund 300.000 Euro, über die Abwasser- und Service Mittelangeln GmbH) und der Kauf einer Ausgleichsfläche von 26.000 Quadratmetern oberhalb des Schulzentrums für 60.000 Euro, mit der unter anderem der Lebensraum von Feldlerchen ersetzt wird.
Der BebauungsplanBebauungsplanDer Bebauungsplan legt für ein bestimmtes Gebiet verbindlich fest, was dort gebaut werden darf – wie hoch, wie dicht, wo Straßen und Grünflächen liegen – und gilt als Satzung für alle.Mehr dazu → Nr. 23 regelt neben der Straße zwei weitere Dinge: Er setzt die Fläche für das neue gemeinsame Feuerwehrgerätehaus Satrup / Esmark-Rehberg fest und enthält Sondergebiete für Photovoltaik mit zwei Kleinwindanlagen von bis zu 30 Metern Höhe auf Flächen eines ansässigen Unternehmens.
Das Verfahren lief von 2022 bis 2024: Aufstellungsbeschluss im September 2022, Informationsveranstaltungen 2023, Entwurfsbeschluss im Dezember 2023, öffentliche Auslegung 2024. Am 17. Oktober 2024 beschloss die Gemeindevertretung die Änderung des FlächennutzungsplansFlächennutzungsplanDer Flächennutzungsplan zeigt für das ganze Gemeindegebiet, wofür Flächen langfristig vorgesehen sind – Wohnen, Gewerbe, Landwirtschaft, Grün – und ist die Grundlage für jeden Bebauungsplan.Mehr dazu → und den Bebauungsplan als Satzung. Weil eine Stellungnahme des Landesamts für Umwelt erst danach ausgewertet werden konnte, wurde der Satzungsbeschluss am 17. Dezember 2024 erneut gefasst – mit 22 Ja-Stimmen bei einer Enthaltung. Der Plan ist seitdem rechtswirksam. Im September 2026 berichtete die Verwaltung, dass die Planungen weitgehend abgeschlossen sind; es fehlen noch Abstimmungen mit den Fachplanern.
Kennzahlen
- rund 1.300 Fahrzeuge am Tag
- rund 2,3 Mio. € plus 0,44 Mio. € Grunderwerb
- rund 8,9 ha
- 17.12.2024, 22 Ja / 0 Nein / 1 Enthaltung
- Planung weitgehend abgeschlossen (September 2026)
Wie es dazu kam
Jede Station mit Gremium, Datum und Vorlagen-Nummer.
- Verwaltung / GV 22.02.2022
IEK-Vorentwurf 16/0747-02: Maßnahme 10 Südumfahrung (Trasse offen), Maßnahme 08 Feuerwehr Satrup/Esmark-Rehberg
- Verwaltung
Aufstellungsvorlagen 16/0784 (B-Plan 23) und 16/0914 (18. FNP-Änderung, 8,68 ha): Feuerwehrgerätehaus rückwärtig des Bauhofs, Umfahrung mit Geh-/Radweg, PV + E-Ladestation; Planungsmittel 86 T€
- Gemeindevertretung
Aufstellungsbeschluss 18. FNP-Änderung + B-Plan 23
- Verwaltung
Frühzeitige TöB-Beteiligung, Planungsanzeige
- Öffentlichkeit
Informationsveranstaltung (wiederholt, Aushangkasten zerstört)
- Gemeindevertretung
Entwurfs-/Veröffentlichungsbeschlüsse B-Plan 23 (17/0150, 377 S.: Begründung BCS, Verkehrsgutachten WVK – Verlagerung 1.300 Kfz/Tag, Schall, Baugrund, Artenschutz) und 18. FNP-Änderung (17/0152); 2 Feldlerchen-Brutpaare → CEF; Verfahrensumstieg Digitalisierungsnovelle
- Öffentlichkeit + TöB
Veröffentlichung/Auslegung (wiederholt wegen Fristenfehler)
- Gemeindevertretung (PA 07.03.)
Verlegung des Schmutzwasserkanals DN 200 in die Trasse der Südumgehung, ca. 300 T€ über AMG (TOP 9, 17/0200); nur der südliche Strang wird verlegt, Rest bleibt im Bestand mit angestrebter Dienstbarkeit
- Gemeindevertretung
TOP 7 (18. FNP-Änderung, 17/0290) + TOP 8 (Satzungsbeschluss B-Plan 23, 17/0292) ursprünglich auf der Tagesordnung
- Gemeindevertretung
Abschließender Beschluss 18. FNP-Änderung (17/0290), Abwägung der Stellungnahmen (Datum korrigiert 09.10.2026 – Protokoll lag vorher nicht vor, nur das Vorlagendatum 30.07.2024)
- Gemeindevertretung
Erster Satzungsbeschluss B-Plan 23 nach § 10 BauGB (17/0292) – später aufgehoben, siehe 2024-12-17
- Gemeindevertretung
Ankauf Ausgleichsfläche 26.000 m² für 60.000 € oberhalb des Schulzentrums, über Treuhandkonto BIC Städtebau (17/0362)
- Gemeindevertretung
Satzungsbeschluss B-Plan 23 erneut gefasst (17/0369) – hebt den Beschluss 17/0292 vom 17.10.2024 auf (verspätet registrierte LfU-Stellungnahme vom 25.03.2024, erst nachträglich geprüft); dies ist der endgültige, bis heute rechtswirksame Satzungsbeschluss (passt zur Begründung-zur-Satzung-Datei vom 23.01.2025)
- Gemeindevertretung
Bericht zum Sachstand (Mitschnitt, kein Beschluss)
Meine Position
(nur was hier steht, darf stephan-beau.de zeigen; Anmerkungen und der interne Steckbrief nie)
Text aus Stephans Interview-Antworten (A2), von Stephan freigegeben 10.10.2026 09:10 („genau richtig") – freigabe: ja für diesen Absatz.
Warum ich die Südumfahrung für richtig halte
Wer in Satrup zu Stoßzeiten an der Kreuzung Flensburger Straße / Glücksburger Straße steht, kennt das Bild: Der Verkehr staut sich weit zurück, oft braucht es mehrere Grünphasen, bis man überhaupt an der Ampel ankommt. Die Südumfahrung nimmt genau diesen Druck raus. Wer Richtung Schleswiger Straße will, biegt künftig schon einige hundert Meter vor der Kreuzung ab und fährt an ihr vorbei – das entlastet die Kreuzung für alle, die dort weiterhin durch müssen.
Mindestens genauso wichtig ist mir, was im Zuge der Umfahrung auf der Flensburger Straße passiert: Zwei Verkehrsinseln kommen hinzu, eine auf Höhe von Netto, eine auf Höhe der ehemaligen Bäckerei Hansen. Dort sind viele Schülerinnen und Schüler unterwegs; mit den Inseln lässt sich die Straße deutlich sicherer queren. Und wenn die Bushaltestelle auf Höhe der Insel bleibt, ist auch das Überholen haltender Busse an dieser Stelle vorbei – eine Situation, die ich heute für richtig gefährlich halte.
Zu den beiden Kleinwindanlagen auf den Sondergebieten im Plan: Die sehe ich entspannt. Sie bleiben mit 30 Metern Gesamthöhe weit unter dem, was man von Windkraft sonst kennt, und stören aus meiner Sicht niemanden.
- Verkehrsinseln Flensburger Straße (Stephan, 10.10.2026): Teil der Ausführungsplanung der Verwaltung, werden im Block mit den Bauunterlagen beim Kreis eingereicht – kein GV-Beschluss nötig, darf öffentlich genannt werden. Im Zuge der Südumfahrung kommen zwei Verkehrsinseln auf die Flensburger Straße – eine auf Höhe Netto/Angelner Autohuus, eine auf Höhe der ehemaligen Bäckerei Hansen (heute Andresen?). Zweck: sichere Querung für Schüler; wenn die Bushaltestelle auf Höhe der Insel bleibt, ist das Überholen haltender Busse dort nicht mehr möglich. Landmarken-Namen (Autohuus, Andresen) von Stephan aus dem Kopf – im Website-Text nur Netto und ehem. Bäckerei Hansen.